Ortschaft Körbelitz

Zur Geschichte von Körbelitz

Das kleine slawische Gassendorf veränderte erst nach der Einwanderung der flämischen Kolonisten um 1157 seine ursprüngliche Form. Die Flamen bauten geräumigere Wohnhäuser meist mit dem Giebel zur Straße hinter die slawischen Katen. Damit wurden zwei Gassen in nördlicher und südlicher Richtung geschaffen. Gleichzeitig wurde die Nord-Süd-Hauptstraße etwa 20 m nach Osten verlegt, so wie sie heute verläuft.

Als die Orte Masan, Popelitz, Seedorf und Rechritz wüst wurden, vergrößerte sich der Ort abermals.

Trotzdem brandgefährdete Grundstücke, wie die Dorfschmiede oder der Dorfreisekrug, außerhalb der Gemeinde verlegt wurden, wurde Körbelitz von zahlreichen Bränden heimgesucht. Im Jahre 1719 erließ Landrat Plotho ein Gesetz, wonach Vorgartenzäune nicht aus Holz bestehen durften, weil das Feuer sonst zum Nachbarn "hinüberlaufen" könnte. Im Jahre 1732 ordnete der Landrat von Barby die Errichtung gemauerter Schornsteine an.

Im Jahre 1820 gab der Landrat Freiherr von Münchhausen die Anordnung zur Erweiterung des Dorfes heraus. Darin wurde festgelegt, dass die Erweiterung nordöstlich erfolgen solle. So entstand das "Neue Dorf", so wie es heute existiert.

Der "Alte Fritz" in Körbelitz

In den weiten, sandigen Ebenen im Nordosten von Körbelitz, Richtung Pietzpuhl, war in früheren Jahren ein vortreffliches Manövergebiet. Seit wann bei Körbelitz ein Übungsplatz war, ist nicht genau datiert, es muß aber um das Jahr 1713 gewesen sein.

Auf dieser "Körbelitzer Heide", dem Übungsplatz der Magdeburger Infanterie, der im 18. Jahrhundert bis an die Berliner Eisenbahnlinie reichte, wurde alljährlich im Monat Mai die sogenannte "Spezialrevue" über die Magdeburger Regimenter abgehalten.

Zu diesen Revuen kam alljährlich, vom 25. bis 28. Mai, der preußische König auf der alten Heeresstraße, die von Potsdam über Ziesar nach Körbelitz und weiter nach Magdeburg führte. Es ist überliefert, daß der "Alte Fritz" den beschwerlichen Weg ab Sanssouci bereits früh morgens per Wagen antrat. Dieser war mit zwölf Bauernpferden bespannt. Erst wenige Kilometer vor Körbelitz wechselte er auf seinen Schimmel. Zur Mittagszeit wurde er in Körbelitz jeweils erwartet.

Wenn der König im Dorf eintraf, hielt er immer am Gasthof der
Familie Telz. Sein Quartier nahm er in diesem Dorfwirtshaus
am Nordwestrand des Dorfes.

Nur im Jahr 1786, dem letzten Jahr seiner Regierung, nimmt der
König die Revue nicht selbst ab, sondern läßt sich durch den
Herzog von Braunschweig vertreten.

Unter folgenden Link finden Sie einige Bilder von der feierlichen Einweihung des Denkmals am 05.11.2006:http://koerbelitz.de/denkmal1.html