25 Jahre Grundschule Möser

Veröffentlicht am 21.06.2016, 08:48

25 Jahre Grundschule Möser

<cdl> 1991 wurde in Möser die Schulform Grundschule eingeführt. Jetzt feierten 295 Schülerinnen und Schüler und acht Lehrerinnen und Lehrer mit einer Festwoche ein Vierteljahrhundert lernen und erleben.

Vorbereitungen auf das Schulfest
Keine Zeit um auszuruhen hatten die Klassen und Lehrer in der Grundschule Möser in der vergangenen Woche. Neben kleinen Projekten mussten auch ein Sportfest, ein Tag der gesunden Lebensweise, ein Festprogramm und ein Schulfest vorbereitet und durchgeführt werden. Schon der Montag begann damit, dass unzählige Kinder mit vollen Tüten und ebenso vollen Rucksäcken durch die Schultüren kamen. Papier, Kostüme, Kartons und Bastelmaterial wurden mitgebracht, um in denen einzelnen Projektgruppen der Klassen an Ausstellungsmaterial für das Schulfest zu arbeiten. Gerade die Experimente, der Modellbau und einige Showelemente benötigten nicht nur Räumlichkeiten, die es in der Grundschule Möser kaum mehr gibt, sondern auch Zeit. Diese war aber knapp, denn das Programm der Festwoche war sehr voll.

Tag der gesunden Lebensweise
Schon am Dienstag gab es dann eine Pause für die Handwerker*innen, die Tänzer*innen und kleinen Wissenschaftler*innen. Sie konnten sich bei einer Handmassage entspannen, in kleinen Spielen mehr über die gesunde Ernährung erfahren und den Weg der Milch und deren Verarbeitung direkt nachvollziehen und miterleben. Die Milch kommt aus der Kuh, das wussten sicher alle Schülerinnen und Schüler. Wie schwer es allerdings ist, mit der Hand zu melken, das war den meisten nicht bekannt. Deshalb gab es gleich zwei Gummieuter, an denen das Handwerk der alten Bauern geübt werden konnte. Nicht das gemolkene Wasser, aber ein Schluck Sahne konnte anschließend bei den Landfrauen zu Butter geschüttelt werden. Mit kleinen Gläschen und kreisenden Handbewegungen liefen die Schülerinnen und Schüler durch das Schulgebäude und bestaunten nach einiger Zeit das Ergebnis, welches anschließend auf einer knusprigen Scheibe Knäckebrot direkt verkostet werden konnte. Wie lecker frischer Quark mit Kräutern sein kann, erfuhren die ersten bis vierten Klassen ebenfalls am gleichen Tisch. Ohnehin drehte sich beim Tag der gesunden Lebensweise viel um die Ernährung. Ein Spiel zur Ernährungspyramide, eine Bastelstation, sowie eine Spielestation vermittelten spielerisch, was gesund ist und was nicht. In den Klassen selbst gab es jeweils ein gesundes Frühstück mit viel Obst und Gemüse. Zur gesunden Lebensweise gehört aber auch, sich viel zu bewegen, Sport zu treiben und Herz und Lunge fit zu halten. Im Jogakurs kamen einige der Mädchen und Jungen dann schon an ihre Grenzen.

Sportfest mit dicken Wolken
Dabei war Sportlichkeit auch gleich am Mittwoch wieder gefragt. Das Sportfest auf dem Sportplatz der Turn- und Sportgemeinschaft „Grün-weiß Möser e.V.“ (TSG) stand auf dem Plan. Hier erhielten die Kinder alle eine Laufkarte, auf der die drei Hauptstationen in zehn Bereiche aufgeteilt waren. Für jede absolvierte Prüfung gab es Punkte, deren Summe am Ende erklärte, ob ein Kind nun ein Sandmännchen, ein Minion, ein Indianer (Yakari), ein Wikinger (Wiki), Pippi Langstrumpf oder gar Superman ist. Deshalb galt es, sich beim Balancieren, Klettern, Dosengolf, Raketenweitwurf und Zielwurf genauso anzustrengen, wie beim Hindernislauf, Bogenschießen und Bowling. Bei der TSG erhielten die Kinder sogar einen Einblick in die Abteilung Tennis. Einzelne Eltern halfen zudem an den Stationen und zeichneten für das leibliche Wohl verantwortlich. Da die Sonne hinter dicken Wolken versteckt blieb und dann sogar noch Abkühlung von oben dazu kam, dürfte niemandem zu heiß geworden sein. Weder beim Sport noch am Grill.

Festprogramm 25 Jahre Grundschule
Den Donnerstag nutzten Tanz-AG, Schulchor und die Klassen noch einmal dazu, ihre Projekte fertigzustellen oder sich auf das große Festprogramm am Freitag vorzubereiten. Als sich dann 295 Schülerinnen und Schüler und unzählige Eltern und Großeltern in der Möseraner Sporthalle einfanden, da herrschte ein großes Gewühle. Die Stühle reichten nicht aus, sodass weitere herangeschafft werden mussten. Viele Muttis und Vatis schauten sich das Programm aber auch gern im Stehen an. Den Anfang des Festprogramms „25 Jahre Grundschule Möser“ machte, mit einer Eröffnung, die Schulleiterin Christine Tschischka. Sie nahm die Gäste und Schüler*innen mit auf eine Zeitreise zurück bis in das Jahr 1919. Da wurde am 19.04.1919 zum ersten Mal eine Schule in Möser im Schulbuch erwähnt. 1928 erfolgte der erste Schulbau. Ein Backsteingebäude, welches auch heute noch auf dem Schulgelände der Grundschule existiert. Dieses Backsteingebäude wurde allerdings 1991 erweitert und aufgestockt. 1966 erfolgte der Bau eines Fachgebäudes für alle Schüler*innen. Erst 1989 gab es eine räumliche Trennung der polytechnischen Oberschule mit der Errichtung eines Schultypenbaus. Im gleichen Jahr begann auch die Errichtung der Möseraner Sporthalle, die aber erst im Jahr 1993 eingeweiht werden konnte. 1991, mit dem Abschluss der deutschen Wiedervereinigung und der Gründung des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, wurde dann in Möser auch die Grundschule als eigenständige Schulform eingeführt. Von nun an gingen Mädchen und Jungen aus den Ortschaften Möser, Schermen, Pietzpuhl und Detershagen hier zur Schule. Wo einst ein Kieferwald stand, befindet sich heute in Möser ein Schulzentrum zwischen Gartenstraße und Thälmannstraße, so beschrieb Tschischka den Wandel. Sie konstatierte dabei, dass sich die Schule im Möser stets verändert hat und viel passiert ist. Sie wurde aber auch nicht müde zu betonen, dass Schule immer jung bleibt und nur erfahrungsreicher wird, denn Schule ist mehr als nur das reine Gebäude. Für die Lehrkräfte und Schüler*innen an der Grundschule Möser sagte sie: „Wir begreifen Schule als einen Ort des gemeinsamen Erlebens und wir sind gern an unserer Schule.“ Das quittierten die Schüler*innen mit einem lauten „JAAA“. In ihrer Ansprache vergaß die Schulleiterin aber auch nicht, die Eltern als wichtige Partner hervorzuheben, die stets helfend und kreativ zur Hand gehen. „Ohne Sie wäre vieles nicht machbar gewesen“, meinte Tschischka dankend. Auch die enge Zusammenarbeit mit den vier Kindertagesstätten in der Gemeinde lobte die Schulleiterin ausdrücklich, ehe sie mit einem Auge auf die Räumsituation an der Schule blickend sagte: „Wir werden nie zufrieden sein. Kinder haben immer Wünsche.“ Das verstand der Gemeindebürgermeister Bernd Köppen natürlich. Er begann seine Begrüßung mit den Worten: „ Ich hätte heute gern einen Spatenstich vollzogen...“ Seine Bemühungen um eine Sanierung des alten Schulgebäudes samt Erweiterung sind bisher an fehlenden Fördermitteln gescheitert. Dennoch erhielt er von Tschischka eine gebundene Schulchronik überreicht.
Wie fleißig die Mädchen und Jungen der verschiedenen Arbeitsgemeinschaften (AGs) an der Grundschule für das Festprogramm geübt hatten zeigte sich im nun folgenden Teil. Die Tanzgruppe begrüßte die Gäste mit einem „Hallo Freunde“, der Schulchor sang vom „Schulfest“ und alle Schüler*innen sangen mit. Die Theater-AG bot verschiedene Sketche und erklärte „Was es vor 25 Jahren an der Grundschule noch nicht gab“, Bienchen deuteten an, dass alle fleißig lernen, die Lehrer wurden in einem eigenen Lied besungen und die Arbeitsgruppe „kreatives Gestalten“ zeigte in einer kleinen Modenschau, dass aus „Müll“ tolle Designerkleidung entstehen kann. Mit einem Standardtanz verzauberten Elisabeth Braune und Lukas Tuchen vom Tanzverein „Blau-Gold“ Burg kurzzeitig alle Anwesenden, ehe Sockenpuppen, geführt von den Hortkindern, singend mit einem eigenen Theater die Kontrolle übernahmen und dann von den Akrobaten der entsprechenden AG mit waghalsigen Formationen abgelöst wurden.
1000 Dank gab es symbolisch für die Schulleiterin Christine Tschischka dann von ihren Schüler*innen, die ihr Rosen überreichten. Von den Lehrer*innen gab es einen Rosenstock aus dem die tiefe Verwurzelung Tschischkas mit der Grundschule abgeleitet wurde. Eine große Sonne mit Dankessprüchen aller Schüler*innen machte das Geschenk perfekt. Tschischka war überrascht und überwältigt. „Ich bekomme ja sonst alles mit, aber das hier, ich bin sprachlos“, sagte sie.

Schulfest bildete den vorläufigen Abschluss
Nach dem Festprogramm waren der Tag und die Festwoche an der Grundschule aber noch nicht beendet. Es wartete das Schul- und Hortfest, zu dem alle Bürger*innen eingeladen waren. Die Ortsfeuerwehr Möser war ebenso gekommen, wie auch ein Eiswagen. In einer Wellnessoase warteten Massagen, Gerüche und viel Entspannung. In verschiedenen Ausstellungen wurden die kreativen Arbeiten der Kinder gezeigt. Auf Klassenbildern konnten sich die heutigen Eltern, als einstige Schüler*innen wiederentdecken, kleine Experimente luden zum Entdecken und ausprobieren ein und kleine Botschaften, an Luftballons gebunden, konnten in die Welt hinausgeschickt werden. Im eigens eingerichteten Café wartete nicht nur ein reichhaltiges Kuchenbuffet, sondern auch eine digitale Fotoausstellung, in der Impressionen aus 25 Jahren Grundschule in Schleife liefen. Draußen gab es verschiedene Mitmachangebote, die vom Seifenblasenpusten bis zum Hindernislauf reichten, während drinnen die Tombola für großen Andrang sorgte und eine Gruselshow alle Blicke auf sich zog. Da störte es auch nicht, dass ein Gewitter über Möser zog, denn dringen hatten alle ihren Spaß. Nun geht es in dieser Woche weiter mit dem Zirkusprojekt. Wir dürfen gespannt sein!

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