Die Türen für einen Tag geöffnet

Veröffentlicht am 17.01.2016, 14:38

Die Türen für einen Tag geöffnet

Drei Etagen Unterricht auf hohem Niveau, dass vermittelte die Sekundarschule Möser bei ihrem jüngsten Tag der offenen Tür.
Schule von heute ist anders, das mussten viele Besucher*innen in Möser zugeben. Schule von heute ist nicht unbedingt Frontalunterricht und sportliche Höchstleistungen. Schule von heute, das bedeutet in erster Linie Gemeinschaft und Vorbereitung auf das Berufsleben!
Schon das Eröffnungsprogramm zeigte eine vollkommen andere Schulwelt. Arbeitsgemeinschaften sind ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts und die Themen darin so vielfältig, wie besonders. Tanz, Kabarett und, wer hätte es gedacht, auch Tai Chi. Ja, an der Sekundarschule in Möser wird Ausdruck, Körperbeherrschung, Sprache und Selbstverteidigung gelehrt. Nicht unbedingt im normalen Unterrichtsablauf, aber danach. Ermöglicht wird das von engagierten Lehrerinnen und Lehrern, die das Vermitteln zusätzlicher Fähigkeiten nicht als lästigen Zusatz, sondern als Selbstverständlichkeit verstehen. Lehrer und Schüler pflegen heute anderen Umgang miteinander, als früher. Lehrer sind heute auch Teil der Schülergemeinschaft, obwohl das „Herr“ und „Frau“ noch immer bei der Anrede Verwendung findet. Deutlich wurde das Vertrauensverhältnis bei der kreativen Auswahl an Speisen und Getränken, die fast ausnahmslos ein positives, junges Lebensgefühl und den Individualismus der heutigen Zeit hervorhoben. Lehrer sollten eben schon zustimmen, wenn Schüler Cocktails mischen, Pizza backen und Sandwiches in Masse belegen.
Ebenso müssen Lehrer*innen die Fähigkeiten ihrer Schüler*innen ganz genau kennen, wenn sie Acht- und Neuntklässler gemeinsam mit Grundschülern an Reagenzröhrchen und Brenner lassen. Zaubertinte und Zuckerkohle sei Dank, ein riesen Spaß mit viel Gestank!

Die moderne Sekundarschule von heute verzichtet auch gern auf Kreide und Abschreibübungen und setzt stattdessen auf einen multimedialen Unterricht mit Bluetooth,  W-LAN und digitalen Tafeln. Dass die Schüler damit weit besser umgehen können als ihre Lehrer, das bewiesen sie eindrucksvoll bei eigenen Präsentationen. Das Präsentieren hat  ohnehin einen hohen Stellenwert im Unterrichtsgeschehen. Ob eine Ausarbeitung zu Australien inklusive fünfminütigem Vortrag in Englisch, oder das Erklären von Werkstoffen und die Herstellung von Produkten im Werkunterricht. Überall ist das Selbstbewusstsein der Schüler*innen an der Sekundarschule Möser gefragt. Dieses Selbstbewusstsein setzt sich dann in den gesellschaftspolitischen Themen und Forderungen fort. Die Vernetzung ist nicht nur im multimedialen Bereich in aller Munde. Der Förderverein der Sekundarschule Möser arbeitet mit den Schüler*innen eng zusammen, wenn es darum geht, eine eigene Schulspeisung im Haus zu ermöglichen. Die Schachfreunde aus Schermen und Gommern lassen sich mit den Strategen von morgen beim Spiel der Könige ein, und die Schülerschaft ihrerseits unterstützt mit Kursen für Seniorinnen und Senioren im Computerkabinett der Schule. So funktioniert die Schule von heute, die den Blick auf die Allgemeinbildung, auf die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt geleichermaßen fokussieren muss. Letzterer ist gerade in der Sekundarschule Möser ein wichtiges Thema. Nicht wenige der Schüler*innen finden am Ende ihrer schulischen Laufbahn eine Anstellung in Handwerks- und Industriebetrieben. Da war es also eine logische Konsequenz, dass sich einzelne Unternehmen auch beim Tag der offenen Tür um die besten Schulabgänger bemühten. Mit GPS und PC warb beispielsweise ein Burger Agrarunternehmen für den Beruf des Landwirtes. Nach zwei Stunden offener Türen, Wiedersehen von alten Schüler*innen und Lehrer*innen und interessanten Eindrücken verabschiedete der Schulleiter Helmut Krüger die letzten Gäste und schloss die Türen seiner Schule wieder.

Berufsorientierung

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