Feuerwehrmann mit Leib und Seele hatte Geburtstag

Veröffentlicht am 29.01.2016, 12:10

Feuerwehrmann mit Leib und Seele hatte Geburtstag

In Hohenwarthe kennt ihn jeder, denn dort war er von 1970 bis 2001 der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr. Die Rede ist von Gerhard Lenz, der am 20. Januar seinen 80. Geburtstag feiern konnte und bereits für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet wurde.
Gerhard Lenz ist keiner, der viel von Pomp und Prunk hält. Er ist bescheiden, sieht seine eigene Lebensleistung als nicht sehr maßgeblich an und doch ist sie es. Was er und seine Mitstreiter für das Feuerwehrwesen in Hohenwarthe und für den gesamten Ort geleistet haben, das ist heute kaum mehr vollständig wiederzugeben. Diese hohen Verdienste zu würdigen, das sahen auch der Hohenwarther Ortsbürgermeister Frank Winter und der Gemeindebürgermeister Bernd Köppen als Pflicht und Ehre zugleich an. Deshalb besuchten sie den waschechten Hohenwarther, wie Lenz sich selbst beschreibt, und ließen sich aus vergangenen Tagen berichten. Mit einem Blumenstrauß und den besten Wünschen traten Frank Winter und Bernd Köppen ein, freudig empfangen von Gerhard Lenz, der mit diesem Besuch so gar nicht gerechnet hatte und doch gleich bei einer Tasse Kaffee zu erzählen begann. Davon wie das damals so war bei der Feuerwehr, in die er mit 19 Jahren eingetreten ist. Der ehemalige Schiffsbauer auf der Werft Rothensee hat eine dieser heute untypischen Erwerbsbiografien. Im Betrieb gelernt und im gleichen Betrieb in den Ruhestand gegangen. Gemeinsam mit 34 anderen, wie er stolz berichtet. Lenz war und ist Feuerwehrmann durch und durch. Selbst auf der Werft konnte er vom Brandschutz nicht die Finger lassen. Hier bildete er andere Werftmitarbeiter im Umgang mit Feuerlöschern aus, betrieb den vorbeugenden Brandschutz, indem er den Schweißern die Feuergefährlichkeit ihres Handelns erklärte. Und zuhause, da an der Elbe in Hohenwarthe? Da war es nicht viel anders. Angebettelt wurde er von seinem Vorgänger Bernd-Ewald Schulle, der extra aus der Backstube zu ihm kam und darum bat, dass Lenz ihn als Wehrleiter ablöst.

„Die Lehrgänge dafür hatte ich ja alle“, sagte der rüstige 80-Jährige während des kleinen Treffens und setzte nach „Ach, da blieb mir dann ja nicht viel mehr übrig.“ Gerhard Lenz kann viel erzählen aus den letzten 60 Jahren Feuerwehrgeschichte in Hohenwarthe. Auch davon wie es war, als Hohenwarthe noch über kein eigenes Feuerwehrauto verfügte. Als bei einem Alarm die Mitarbeiter der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) mit dem Traktor vom Feld kamen und alle auf den, mit Mist beladenen, Anhänger sprangen, um beispielsweise mal wieder zu einem Waldbrand auszurücken, der nach einem der vielen Übungen von Sowjetarmee und NVA entfacht war. Klar war so ein Einsatz auch staubig und sorgte für trockene Kehlen. Da den Ruß heraus zu spülen brachte manches Mal auch Ärger mit der Frau zuhause, gesteht Lenz mit einem kleinen Lächeln. Später dann kam das erste Fahrzeug. Ein alter Opel Blitz, gekauft für 100 Mark, instandgesetzt von den Feuerwehrkameraden in Eigenleistung und in der Freizeit. Es folgte der erste Robur LO aus dem Vermittlungskontor der NVA. Dafür musste Lenz bis in den Rat des Kreises zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden, mit dem er in den 1940iger Jahren in den Wäldern um Hohenwarthe herum Wehrübungen durchgeführt hatte. 10.000 Mark hat dieser alte Jugendfreund mal eben bereitgestellt, als Lenz bei ihm im Büro stand. Heute wohl undenkbar. Damit wurde zwar vieles leichter aber nicht unbedingt besser. Auch nicht, als der zweite Robur LO als Katastrophenschutzfahrzeug in die Hohenwarther Wehr kam. „Eine gelbe Plane hatte der und war für Treibstofftransporte vorgesehen. Wenn wir damit zur Übung gefahren sind, dann haben wir den LO hinten mit Benzinkanistern vollgeladen und sind übers Feld gefahren“, so erinnert sich Lenz. Bei allem was er so zu berichten hatte, strahlte er eine innere Freude aus. Die Feuerwehr ist nach wie vor sein Leben, das war deutlich zu spüren. Einem Mann, der so viel für das Gemeinwohl getan hat, dem muss man einfach gratulieren. Herzlichen Glückwunsch Gerhard Lenz im Namen der gesamten Verwaltung der Gemeinde Möser.

Erzählt noch heute gern von seiner aktiven Zeit : Gerhard Lenz, 31 Jahre Wehrleiter in Hohenwarthe.

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