Gaunereien bei Kaffee und Brötchen

Veröffentlicht am 19.03.2016, 08:32

Gaunereien bei Kaffee und Brötchen

<cdl> Bereits zum 15. Mal lud der Ortsbürgerverein Hohenwarthe die Bürgerinnen und Bürger der Einheitsgemeinde zu einem Frühlingsfrühstück ein. Traditionsgemäß folgten der Einladung vor allem Senior*innen, für die der Vereinsvorstand einen besonderen Gast eingeladen hatte.
Brötchenduft lag in der Scheune am Informationspunkt des Ortes in der Luft. An den zwei langen Kaffeetafeln hatten die interessierten Frühlingsfrühstücker*innen bereits Platz genommen. Im hinteren Zimmer lief der Kaffee durch die Filter. Käse und Wurstaufschnitt standen bereit. Zwischendrin blitzten her und da bunte Ostereier hervor. Doch vor dem gemütlichen kam der informative Teil. Ob im Frühling oder im Herbst, zu den Frühstücksrunden des Ortsbürgervereins Hohenwarthe gehört immer auch ein Vortrag. In diesem Jahr macht Kriminalrat a.D. Lothar Schirmer den Anfang und hatte gleich mit der Zeitvorgabe so seine Probleme. Sein Vortrag über die Tricks der Gauner und Ganoven ist normalerweise 90 Minuten lang. Hier in Hohenwarthe hatte er allerdings nur 30 um den 45 Damen und Herren die wichtigsten Grundlagen zum Schutz gegen Trickbetrug und Diebstahl zu vermitteln. Nach einer kurzen statistischen Übersicht zu den Straftaten im Land Sachsen-Anhalt, die aufzeigte, dass die Betrugsfälle mit 25315 im Jahr 2016 einsam an der Spitze der Kriminalstatistik standen, kam Schirmer auch schon zum Kern. Der beste Schutz, so Schirmer sind Nachbarschaftshilfe und das Bauchgefühl. Damit hätte er seinen Vortrag auch schon beenden können, sagte er selbst, denn diese beiden Punkte sind laut Schirmer die wichtigsten Mittel, um nicht zum Opfer zu werden.

Doch so einfach ist die Welt leider nicht. Das weiß auch Schirmer, der betonte: „Senioren sind die bevorzugten Opfer, denn die Täter halten sie für weltfremd, hilflos, ängstlich und vergesslich.“ Mit einer Auflistung von Tricks an der Haustür, die Schirmer immer wieder mit kleinen Episoden aus seiner aktiven Dienstzeit und mit Berichten über neueste, tatsächlich angewandte Trickdiebmethoden unterfütterte, kam er zum Kern seines Vortrages. Täter mögen keine Hunde und keine Nachbarn die sie ansprechen, wenn sie auf fremden Grundstücken umherlaufen, gab er fast beiläufig mit auf den Weg, ehe er die typischen Tricks an der Haustür benannte. Die Bitte um einen Zettel, um in das Haus oder die Wohnung zu gelangen war dabei genauso vertreten, wie doch recht kuriose Geschichten, wie die Annahme eines Paketes für den Nachbarn auf Nachnahme. Auch Umfragen an der Haustür sollten gemieden werden, am Ende entstünden so meist Zeitungsabonnements, die gar nicht gewollt sind, erklärte Schirmer. Die vorgetäuschte Übelkeit und die dringende Notdurft, so Schirmer weiter, können durch ein beherztes Schließen der Tür bereits abgewiesen werden. Männer können zudem dazu aufgefordert werden, im Notfall eine Ordnungswidrigkeit hinter dem nächsten Gebüsch zu begehen. Mit einem kleinen Film beendete Schirmer seinen Vortrag. Danach folgte das Frühstück, bei dem auch das ein oder andere Glas Sekt dazu gehörte.

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