Gedenkstätte „Schacht Schermen“ hergerichtet

Veröffentlicht am 21.10.2016, 14:19

Gedenkstätte „Schacht  Schermen“ hergerichtet

In einem Waldstück südlich der BAB 2, in der Nähe vom Wochenendhausgebiet Karlshof, befindet sich die Gedenkstätte „Schacht Schermen“.
An dieser Stelle wurden, noch kurz vor Kriegsende, im Mai 1945 10 zwangsverschleppte polnische Bürger durch Angehörige der SS erschossen.
Ihnen zum Gedenken wurde diese Gedenkstätte 1984 durch die Gemeinde Schermen, ortsansässige Bürger und engagierte Schüler errichtet.
Dafür wurde die Fläche begradigt, die Böschung des Schachtes halbrund angelegt und bepflanzt.
Ebenfalls halbrund wurden mittig zehn Findlinge gesetzt, ein Stein für jedes Opfer.
Davor wurde ein Beet errichtet, in dessen Mitte sich eine Gedenktafel befindet.
Die Pflege wurde in den darauffolgenden Jahren durch Schüler einer Polytechnischen Oberschule übernommen, nach der Wende wurde der Bereich der Gedenkstätte nur noch gemäht.
Erst nach der Jahrtausendwende rückten die Ereignisse von 1945 in Schermen und somit auch die Gedenkstätte wieder verstärkt in das Bewusstsein. Es wurden Hinweisschilder aufgestellt, die auf die Gedenkstätte hinweisen.
Trotz der Pflege durch die Mitglieder des Schachclubs Schermen befand sich diese in einem sehr schlechten Zustand. Eine ungehinderte Erreichbarkeit und Nutzung war nicht mehr möglich.
In der neuen LEADER-Förderperiode 2014 – 2020 bestand eine erneute Möglichkeit Projekte einzureichen, die einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen ländlichen Entwicklung beitragen.
Für die Gestaltung und Wiederherstellung der Gedenkstätte hat die Gemeinde Möser daher einen Antrag auf Gewährung einer Zuwendung zur Förderung der regionalen ländlichen Entwicklung in der EU-Förderperiode 2014 – 2020 in Sachsen-Anhalt (RELE 2014-2020) gestellt.
Gemäß Bewilligungsbescheid wurde dafür eine Finanzierungssumme von 6.042,40 € ( 75 % der Gesamtkosten ) durch das Land Sachsen Anhalt zur Verfügung gestellt.
In der 41. KW wurden die Sanierungsarbeiten an der Gedenkstätte abgeschlossen.
Nach der Herstellung der Zuwegung zur Gedenkstätte, der Bepflanzungen zwischen den Findlingen und der Gedenktafel, das Aufstellen von 2 neuen Sitzbänken sowie das Anbringen eines Schaukastens konnte so die würdige und schlichte Gestaltung der Gedenkstätte wieder hergestellt werden.
Nach der erfolgten Fertigstellung durch die Gemeinde Möser sind an dieser Stelle Begegnungen und feierliche Appelle durch Kinder- und Jugendeinrichtungen der Region möglich.
Die Aktualität des Themas Antifaschismus und die Erinnerung an Kriegsverbrechen sollen so an diesem Ort wach gehalten werden.
Der Bürgermeister der Gemeinde Möser, Bernd Köppen, teilte mit, dass eine offizielle Wiedereröffnung nicht vor dem nächsten Jahr erfolgen soll, da noch einige Restarbeiten an der Zuwegung und der Ausschilderung getätigt werden müssen.

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