Gewässerbeirat stellt einzigartiges Projekt vor

Veröffentlicht am 17.09.2015, 10:18

Gewässerbeirat stellt einzigartiges Projekt vor

27 Vertreter verschiedener Verbände und Organisationen, darunter Vertreter des Landesfischereiverbandes, des Landesverbandes Gartenbau Sachsen-Anhalt e.V., aber auch die Ministerien für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt und Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, sowie die Industrie und Handelkammer und der Landeskreistag entstanden Mitarbeiter nach Lostau.
Hier hatte der Gewässerbeirat zu einer Führung rund um die renaturierte Alte Elbe eingeladen. Conrad Spiegler, vom einst ausführenden Ingenieursbüro, über nahm gemeinsam mit Karl-Heinz Jährling vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt die Führung. Beide konnten den Anwesenden die Renaturierungsmaßnahmen in den Jahren 2012 und 2013 erklären und entsprechende Fragen dazu beantworten. So erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Rundgang beispielsweise etwas zu den Kosten des Projektes, die Jährling und Spiegler mit 4,3 Millionen Euro angaben. Hinzu kamen Gelder der Lotto und Toto Gesellschaft in Höhe von 35.000 Euro für den Bau einer neuen Maulprofilbrücke am Elberadweg. Die gesamte Maßnahme sollte die ökologische Durchgängigkeit der Alten Elbe wieder herstellen, dazu wurden 150.000 Kubikmeter Faulschlamm aus der dem Gewässer entfernt. Dies entsprach keiner vollständigen Entschlammung wie Karl-Heinz Jährling zu verstehen gab. Vielmehr wurde ein neues Bodenprofil in den dreieinhalb- bis vier Meter tiefen, organischen Weichsedimenteboden hineinmodelliert. Die Nachhaltigkeit der Maßnahme, nämlich sauerstoffreiches Wasser in die Alte Elbe zu bringen und eine stetige Sedimentabtragung durch den Ehledurchfluss zu erzeugen standen im Fokus aller Projektbeteiligten. Nur so sei die Renaturierung auch zu 100 Prozent durch Fördermittel realisierbar gewesen, so Jährling während seiner Erläuterungen. Die nun entstandene Ehleführung berufe sich auf die einstige, historische Anbindung des Flusses an den alten Elbarm im Jahr 1874. Dafür bedurfte es aber einiger Anstrengungen. Für die Entschlammung musste zunächst der im Sommer vorherrschende Wasserstand von gerade einmal 20 Zentimetern, mit einer Hochleistungspumpe aus der Alte Elbe herausgespült werden. Danach legte die bauausführende Firma im Bett der Alten Elbe Baustraßen in einem Abstand von je 50 Metern an. Sieben Langstilbagger und 14 Lastkraftwagen bewegten dann die 150.000 Kubikmeter, mit Z 1.2 bis Z2 eingestuften, aus gesamtorganischem Kohlenstoff bestehenden Schlamm, der zunächst am Rand ausblutete und dann zur Entsorgung an einen Fachbetrieb weitergereicht wurde. Mit der Herstellung des alten Ehleverlaufes sind zudem alte Elblöcher wieder an das Ökosystem des Flusses und der Alten Elbe angebunden worden. All das erfuhren die Verbands- und Organisationsvertreterinnen und Vertreter an den verschiedenen Stationen. Von der Grundbrücke, dem jetzigen Ehleablauf beginnend, über die Mündung des alten Ehlekanals in die Elbe, weiter zur neuen Ehleführung an der Maulprofilbrücke, bis hin zur neuen Ehlemündung in die Alte Elbe. Das in Deutschland, in seiner Größenordnung, wohl einzigartige Projekte begeisterte alle. Die Ortschaft Lostau und die Gemeinde Möser wurde mit der Renaturierung der Alten Elbe bundesweit bekannt und wird durch solche Führungen immer bekannter.

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