Hohenwarthe: Historischer Baum wird ausgestellt

Veröffentlicht am 19.04.2013, 09:12

Plötzlich lag der Stamm auf der Baggerschaufel

Der verkohlte Stamm stammt von einer circa 7000 Jahre alten Eiche. "Wir glauben, dass der Baum vor vielen tausend Jahren aus unerklärlicher Ursache Feuer fing und stark verbrannte", sagte Bürgermeister Peter Bergmann bei der Enthüllung am Hohenwarther Infopunkt. Auf irgendeinem Wege landete der verbrannte Stamm dann in der Elbe und blieb im Wasser liegen.
Nach der Wende entdeckte dann der Gerwischer Werner von Barnekow den historischen Stamm: "Ich grub mit meinem Bagger alte Pfeiler der Autobahn A2 bei Hohenwarthe aus", sagt er, "und da hatte ich dann plötzlich den alten Stamm auf meiner Schaufel." Das alte Holzteil erschien ihm zu wertvoll, als das er es einfach wegschmeissen wollte. Und so landete der Stamm auf dem Firmengelände des gebürtigen Bremers Werner von Barnekow."

Das Alter wurde in Tübingen ermittelt

Aber der Baum sollte dahin, wo er hingehört", erzählt Peter Bergmann, "wir ahnten, dass er einige hundert Jahre alt sein müsste." Doch irgendwie verzögerte sich der Transport von Gerwisch zum Hohenwarther Infopunkt immer wieder: "Ich dachte mir, bevor der Baum kommt, lassen wir sein tatsächliches Alter ermitteln." Peter Bergmann informierte Dr. Thomas Weber vom Landesamt für Denkmalpflege. Und dieser wiederum leitete den Auftrag an die Universität Tübingen weiter. Am Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie wurden die Holzkohleproben aus der Rinde und dem Kern der Flusseiche untersucht und analysiert. Ergebnis: Der Baum ist circa 7000 Jahre alt.
Vor mehr als 500 Jahren vor Christus stand der Baum also irgendwo bei Hohenwarthe. Wer weiß, vielleicht lebten damals Bauern in dieser Gegend, die sein Holz dafür benutzten, Brunnen damit auszukleiden. Funde in der Nähe von Leipzig bewiesen, dass die Menschen dies damals bereits konnten. Damals wurden auch schon die ersten Langhäuser aus Holz gebaut, mit raffiniert geschliffenen Steinäxten wurde dafür die Bäume gefällt. Vielleicht wurden auch Teile der Hohenwarther Flusseiche für ein Haus benutzt.
Fragen, die niemand mehr genau beantworten kann. Deshalb lässt die Flusseiche am Infopunkt von Hohenwarthe jedem Betrachter viel Raum, der eigenen Phantasie zu folgen und eine Reise in die Vergangenheit zu starten.  Also, gehen Sie mal hin zum Info-Punkt in Hohenwarthe und lassen sich von der verkohlten Flusseiche – unserer neuen Touristenattraktion – inspirieren.

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