Körbelitz: In Gedenken an den Alten Fritz: 300 Maulbeerbäume gepflanzt

Veröffentlicht am 20.04.2012, 13:45

Zur "Spezialrevue" nach Körbelitz

Vor 300 Jahren - genauer gesagt am 24. Januar 1712 - erblickte im Berliner Stadtschloss Friedrich das Licht der Welt.  Später - als Kriegs- und Heerführer kam Friedirch II einmal im Jahr vom 25. bis 28. Mai nach Lörnbelitz und nahm Quartier im Gasthof der Familie Telz. Der Grund des hohen Besuchs: Der Alte Fritz besuchte die "Spezialrevue", die über die Magdeburger Regimenter abgehalten wurden und nahm auf der Heerstraße die langen Parade ab.    
Im Gelände ist nur noch an einigen Stellen die ehemalige historische Heeresstraße zu erkennen, der Rest ist zugewuchert. Zur Erinnerung: Das Gebiet wurde seit ca. 173 militärisch verwendet. Erst von der preußischen Armee, im  Zweiten Weltkrieg wurde hier mit großkalibrigen Waffen geübt. Nach dem Krieg übernahmen sowjetische Truppen und die NVA den Schießplatz. Und nach der Wende war es ein Trupenübungsplatz der Bundeswehr für Infanterieschießen. Es steht fest, dass das Gelände durch zahlreiche Altlasten kontaminiert ist. Deshalb gilt absolutes Betretungsverbot.
Das gesamte Gebiet wird derzeit vom Bundesforstbetrieb verwaltet und kontrolliert. Die Maulbeer- und Obstbäume, die jetzt gepflanzt wurden, sind ein Beitrag des Bundesforstes zum Jubiläumsjahr des Alten Fritz. Rainer Aumann, Mitarbeiter der Forstverwaltung und Förster, feute sich, dass so viele Mitglieder des Körbelitzer Heimatvereins halfen, die 300 Maulbeerbäume und die Obstgehölze unterhalb des Schanzenberges einzupflanzen.

Per Edikt die Anpflanzungen gefordert

Was viele nicht wissen: Der Preußenkönig hatte per Edikt das Anpflanzen von Obst- und Maulbeerbäumen verfügt. Obstbäume entlang der Heeresstraßen in die Kriegsgebiete sollten die Versorgung der marschierenden Truppe sicherstellen. Und die Maulbeerbäume sollten überall angepflanzt werden,weil die Blätter den Seidenraupen als Nahrung dienten. Der König wollte mit der Zucht von Seidenraupen erreichen, dass die teuren Seidenimporte aus China für die kostbaren Kleider der Oberschicht überflüssig wurden. Die Idee des Prueßnekönigs war gut: Bereits 1778 wurden um Magdeburg 3,173 Tonnen Kokons zu 407 Kilogramm Seide verarbeitet.

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