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Schutzgebiet „Taufwiesenberge“ wird renaturiert

31.07.2026

Ab Oktober 2026 wird die Kreisverwaltung eine umfangreiche Naturschutzmaßnahme zur Wiederherstellung der Binnendünne im Naturschutzgebiet „Taufwiesenberge“ durchführen. Ziel ist es, einen europaweit bedeutenden Lebensraum für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten dauerhaft zu sichern. Hierfür ist es notwendig auf einer Fläche von ca. sieben Hektar Kiefern und andere Gehölze zu entnehmen, was in diesem Fall nicht zu Lasten der Natur geht, sondern ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in der Elbtalaue darstellt.

 „Auf den ersten Blick mag es ungewöhnlich erscheinen, dass im Naturschutz Bäume entfernt werden. Tatsächlich kann die Dünenkuppe – ein sehr selten gewordener Lebensraum – aber nur so erhalten werden. Die offenen Sandtrockenrasen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Region und bieten zahlreichen hoch spezialisierten Tieren und Pflanzen eine Heimat. Gemeinsam mit den Fachbehörden, der NABU-Stiftung und perspektivisch auch der Hochschule Anhalt haben wir hier die Chance, gefährdete Arten wieder anzusiedeln,“ erläutert Beigeordneter Stefan Dreßler das Vorgehen.

Die markante Erhebung in der Gemeinde Möser ist seit 1992 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zu dieser Zeit war der Bereich durch ausgedehnte, baumfreie Sandtrockenrasen geprägt. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Fläche jedoch zunehmend mit Gehölzen, vor allem Kiefern, zugewachsen. Nach Abstimmung mit der Biosphärenreservatverwaltung Mittelelbe, dem Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt sowie der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe wurde deshalb entschieden, die Dünenkuppe weitgehend vom Gehölzbewuchs freizustellen. Einzelne Eichen sollen hingegen erhalten bleiben genau wie kleinere Waldbereiche im östlichen Teil der Fläche, die bereits bei der Ausweisung bestanden.

Mit der Wiederherstellung des sogenannten Offenlandes eröffnen sich auch neue Möglichkeiten für den Arten- und Biotopschutz. Gemeinsam mit der Hochschule Anhalt sollen künftig Projekte zur Wiederansiedlung stark gefährdeter Pflanzenarten geprüft werden. Dazu gehört unter anderem die „Sand Silberscharte“ für deren Erhaltung Deutschland eine besondere europaweite Verantwortung trägt. Auch für das „Gewöhnliche Katzenpfötchen“, das früher auf der Fläche vorkam und dort heute als verschollen gilt, sowie für die „Graue Skabiose“ und das „Zierliche Brillenschötchen“ sollen Wiederansiedlungsmöglichkeiten untersucht werden.

Insgesamt werden sich die Freistellungskosten auf ca. 170.000 Euro belaufen, die vollständig vom Landesverwaltungsamt finanziert werden. Eine besondere Herausforderung in dem Bereich sind die notwendigen Kampfmitteluntersuchungen, da sowohl die sowjetische Armee als auch die Nationale Volksarmee in den achtziger Jahren in den Taufwiesenbergen Übungsgelände hatten. Zusätzliche Erhaltungskosten entstehen hingegen nicht, da ein erneutes Überwachsen der Düne durch eine kontinuierliche Beweidung mit Schafen verhindert werden soll.

(Quelle: Pressemitteilung Landkreis Jerichower Land)

 

Das Naturschutzgebiet "Taufwiesenberge" soll renaturiert werden. Foto: Landkreis Jerichower Land