Verwaltung: Verdiente Mitarbeiterin in den Vorruhestand verabschiedet

Veröffentlicht am 24.10.2012, 18:10

Doris Jantz im Vorruhestand: Verwaltungsexpertin hinterlässt große Lücke

Seit Ende der 80er Jahre arbeitete Doris Jantz in verschiedenen Verwaltungen: Sei es für Biederitz, die Verwaltungsgemeinschaft Biederitz-Möser oder die Einheitsgemeinde Möser. 
Dabei wirkte die Biederitzerin sowohl in Heyrothsberge als auch in Möser und in ihrem Heimatort. Das war nicht einfach musste sie doch „nebenher“ zwei Söhne erziehen, den Haushalt führen und eine Wochenendehe meistern, da ihr Mann während dieser Zeit in Niedersachsen arbeitete:

„Keine leichte Zeit", erinnerte sich Doris Jantz bei ihrer Verabschiedung, „besonders in den ersten Jahren. Da hatten wir in Biederitz einen Bürgermeister der jeden Mittwoch den Hauptausschuss tagen ließ. Und diese Sitzungen gingen oft stundenlang.“ Damit die Kinder dennoch zeitig ins Bett kamen, verschwand Doris Jantz einfach während der Sitzung: „Ich raste nach Hause, schaute, ob alles in Ordnung war, brachte die Kinder ins Bett und dann ging`s zurück zur Sitzung.“ Heute kann die ehemalige Kauffrau bei der Reichsbahn darüber lächeln, damals war es ein „ziemlicher Stress.“

Gefühlvolle Abschiedsworte

Auf die besonderen Fähigkeiten seiner Mitarbeiterin ging Mösers Bürgermeister Bernd Köppen während seiner kurzen, aber gefühlvollen Abschiedsrede ein. Er verwies darauf, dass Doris Jantz nicht nur eine anerkannte Expertin im Kommunal- oder Satzungsrecht sei und gerade bei der Gründung der Einheitsgemeinde hier „wirklich Entscheidendes geleistet hat". Er betonte zusätzlich ihre ausgewiesenen Stärken als Leiterin des Fachbereichs 1 (Finanzen, Doppik, Internetauftritt, Standesamt, Personalangelegenheiten, Meldestelle, usw.) in der Verwaltung Möser – „menschlich wie fachlich." Außerdem sei sie als Gemeindewahlleiterin für Biederitz und als stellvertretende Wahlleiterin für Möser eigentlich unverzichtbar.

Lächelnd erklärt die Vorruheständlerin: „Ich glaube, im ganzen Jerichower Land gab es nicht so viele Wahlen wie hier an der B1“. Tatsächlich: Zwei verstorbene Bürgermeister in Biederitz, ein abgewählter in Königsborn oder der Zwangsrücktritt des letzten Biederitzer Bürgermeisters (vor Gründung der Einheitsgemeinde) machten immer wieder Neuwahlen nötig. Bis zum Ende dieser Wahlperiode bleibt Doris Jantz noch in den Ämtern – die nächsten Abstimmungen allerdings laufen ohne sie.

Reisen, Sport und "Zeit für mich"

Die Ruheständlerin kann es verschmerzen: „Ich freue mich darauf, mich in den nächsten Jahren um andere Dinge zu kümmern“, sagt sie. So möchte sie mit ihrem Mann viele Reisen unternehmen („unser großes Hobby, aber er muss noch drei Jahre arbeiten“). Dann möchte die ehemalige Leistungssportlerin („noch heute interessiere ich mich für jede Sportart. Sei es Fußball, Handball, Leichtathletik. Und Olympische Spiele sind für mich ein Muss") gerne wieder als Übungsleiterin in einem Verein ehrenamtlich arbeiten („das habe ich früher auch gemacht“). Und, endlich möchte sie mehr Zeit für sich haben („das habe ich mir sicherlich verdient").
Für Doris Jantz steht fest, dass die nächsten Jahre sicherlich kein „Unruhestand“ werden, aber „eine höchst aktive Zeit“. Doch jetzt möchte sie erst einmal alles sacken lassen, den Schritt in die Zeit ohne täglichen Berufsstress und entsprechende Verantwortung  langsam und gemessen gehen: „Bis Ende des Jahres liegt eigentlich nichts mehr an, dann sehen wir weiter...“

War da eine Träne im Auge?

Neben zahlreichen Verwaltungsangestellten waren auch die Ortsbürgermeiter Peter Bergmann (Hohenwarthe) und Eckhard Brandt (Körbelitz) sowie der Vorsitzende des Möseraner Gemeinderates Hermann Lünsmann (er hatte eine Flasche edlen italienischen Weines im Gepäck und dankte besonders "für die tolle Arbeit, die Sie für den Gemeinderat geleistet haben") ins Trauzimmer der Verwaltung gekommen.
Auch Bürgermeister Kay Gericke aus Biederitz ließ es sich nicht nehmen, sich bei Doris Jantz zu bedanken. Er nahm sie fest in die Arme, drückte sie ganz herzlich und meinte: „Wir haben schwere Zeiten gemeinsam durchgestanden, jetzt wünsche ich Dir eine Zukunft voller Leichtigkeit und Glück.“
Als er das gesagt hatte, bedankte sich Doris Jantz mit leiser Stimme und es schien, als ob in den Augen der Vorruheständlerin eine Träne auftauchte...
Auch wenn anschließend bei der Abschiedsfeier fröhliche Stimmung herrschte, war zu spüren, dass die Verwaltung Möser ohne Doris Jantz ärmer sein wird.

Zurück zur Artikelübersicht