Zu Ehren Sankt Martins

Veröffentlicht am 12.11.2015, 09:57

Zu Ehren Sankt Martins

Einmal im Jahr gedenken die Menschen in unserer Gemeinde eines Mannes, der zunächst das Kriegshandwerk erlernte, diesem dann abschwor, um die Nächstenliebe als Bischof zu predigen. Die Rede ist vom heiligen Martin von Tours. In der Ortschaft Lostau ist es die dort ansässige Pfarrei, die alljährlich, am Tag der Grablegung des heiligen Sankt Martin, alle Einwohnerinnen und Einwohner einlädt, den alten Brauch des Martinsumzuges gemeinsam zu begehen.
Auch in diesem Jahr folgten wieder viele Familien mit ihren Kindern der Einladung in die evangelische Kirche der Ortschaft. Hier versammelten sich Kleine und Große, Alte und Junge, um dem Martinsspiel beizuwohnen. Keine Bank blieb frei, es mussten sogar zusätzliche Stühle herbeigeholt werden. Auch in den Gängen und auf der Empore standen die Besucher und Besucherinnen. Die Kirche war selten so voll. Bevor allerdings das traditionelle Schattenspiel, in dem die Geschichte des heiligen Sankt Martin, von dessen Kindheit, bis hin zu seinem Bischofsamt, dargestellt wurde, begann, richtete Pfarrer Albrecht Neumann noch einige Worte an die Anwesenden. Er bat um Kleiderspenden, besonders von Kinderkleidung, die dringend in den kommenden Wintermonaten gebraucht würden. Auch auf die Kollekte wies er hin. Deren Inhalt kommt, so der Pfarrer, in diesem Jahr dem Rumänienhilfeverein zugute. Nach dem Martinsspiel erfolgte das Martinssingen, das auch in diesem Jahr wieder von den „Elbstiften“ der Kindertagesstätte „Elbpiraten“ durchgeführt wurde. Sie sangen: „Ein armer Mann, ein armer Mann“. Mit dem Brechen des Martinsbrotes wurde das Symbol des Mitmenschlichen, welches Martin durch die Teilung seines Mantels einst viel Ärger bescherte, auch an die Kinder weitergegeben. Sie lernten zu teilen wie einst der heilige Sankt Martin. Allen schmeckten die süßen Martinsbrötchen sichtlich. Vor der kleinen Kirche wartete bereits Lea Lubisch hoch zu Ross auf die Besucherinnen und Besucher und führte, als Bischoff Martin verkleidet, den Martinsumzug an. Viele Laternen leuchteten in die Dunkelheit hinaus auf dem Weg zum Martinsfeuer im Pfarrgarten. Obwohl keine Straßensperrung vorgesehen war, hatten sich die Regionalen Bereichsbeamten unserer Gemeinde an der Landstraße 52, in der Dorfmitte, positioniert, um für den Umzug die Fahrzeuge zu stoppten. Im Pfarrgarten angekommen loderte bereits ein Feuer. Hier warteten bereits der Stockbrotteig, der Kakao und der Tee auf alle. Schnell wurde es voll am Feuer und an den Ständen. Ja, es hatte beinahe den Anschein, als würde die halbe Ortschaft in diesem Jahr das Martinsfest im Garten der Pfarrei feiern. Es bleibt zu hoffen, dass der hehre Gedanke des Teilens uns durch die kommenden besinnlichen Wochen begleiten wird.

Zurück zur Artikelübersicht