Auszeit – Weltreise - Buch

Veröffentlicht am 14.01.2016, 12:29

Auszeit – Weltreise - Buch

Wir alle wünschen uns von Zeit zu Zeit mal eine Pause vom Alltag. Einfach weg, raus aus dem Trott. Zwei Pietzpuhler erfüllten sich diesen Traum. Doch einfach in eine Kommune ziehen oder am eigenen Heim zu werkeln, dass genügte den beiden nicht. Sie wollten wirklich weg. Weit weg. Und dabei viel sehen und erleben.
Reisen und die Welt erleben, das war schon immer ihre Leidenschaft. Nach Peru und Afrika verschlug es sie bereits in früheren Jahren, doch jetzt sollte es die ganze Welt sein.
Jule Vernes 80-Tage-Reise um die Welt hatten die beiden dabei allerdings nicht im Hinterkopf. Und so planten sie ihre Weltreise mit langem Atem und viel Verhandlungsgeschick.
Ein Jahr Auszeit hatten die beiden eingeplant und die galt es gegenüber ihren Arbeitgebern zu begründen. Kündigen, das wollten sie nicht, denn nach ihrer Reise sollte das Leben in gewohnten Bahnen weitergehen. Sie vereinbarten eine Teilzeitbeschäftigung und arbeiteten vier Jahre lang Vollzeit. So kam am Ende eine Freistellung für ein Jahr heraus.
Doch wer macht so etwas? Wer plant eine Weltreise über ein Jahr, geht in Sprachkurse und beachtet dann bei seinen Reiseplanungen klimatische und politische Bedingungen? Wer bricht für so lange Zeit alle Zelte ab und stellt an den entlegensten Winkeln der Erde neue auf?
Kerstin (51) und Siegfried (55) Kampa aus Pietzpuhl! Sie Bankkauffrau, er Lehrer!
Beide vom Fernweh getrieben.

So eine Weltreise bringt viele Fragen mit sich
Ins Hochgebirge sollte es auf alle Fälle gehen und zu aktiven Vulkanen, darin war sich das seit 30 Jahren verheiratete Paar einig. Historische Kulturorte wollten sie besuchen und die dort lebenden Menschen kennen lernen. Und natürlich war auch die wilde, ursprüngliche Natur Pflicht. Hinaus aus der urbanen, deutschen Landschaft. Hinein in die wilden Ecken der Erde.
Doch es gab auch Bedenken, die von außen an die beiden herangetragen wurden. „Ob das gut geht, wenn ihr jeden Tag für so lange Zeit aufeinander hockt?“ wurden sie ebenso gefragt, wie „Das ist doch purer Stress, wollt ihr euch das echt antun?“
Die Vorfreude und Grundeinstellung jedenfalls war bei beiden positiv und so planten sie mit einem Dresdener Reiseveranstalter ihre Auszeit in sieben Ländern, auf vier Kontinenten und beiden Halbkugeln. Am Ende kam eine Weltreise heraus, die zu 50 Prozent aus geführten Touren und zu 50 Prozent aus völliger Freiheit bestand. Den Organisationsstress konnten sie nichtganz umgehen, aber auch nach einem Jahr ständigem Beisammensein, sehen sich die beiden noch immer verliebt in die Augen.
Ein Jahr völlig frei sein, so frei, dass irgendwann selbst die Wochentage ihre Bedeutung verlieren, das haben Kerstin und Siegfried Kampa erlebt. Fremde Menschen und aufregende Kulturen haben sie in sieben Ländern kennengelernt und dabei nie schlechte Erfahrungen gemacht. Sie wurden weder ausgeraubt, noch haben sich den Magen verdorben. Dafür haben sie viel gelernt, wie sie selber sagen und die Welt an ihrer Reise teilhaben lassen.

Vom Blog zum Buch
Erinnerungen sind flüchtig, wenn sie allein in den Gedanken abgelegt werden. Das wussten auch die Kampas. Deshalb machten sie auf ihrer 230-tägigen Reise 12.000 Fotos und führten einen tagesaktuellen Internetblog, auf dem sie alle ihre Erlebnisse für die Welt da draußen und die Lieben daheim festhielten. Von Mütterchen Russland über die Berge Nepals, das exotische Indien, vom faszinierenden Neuseeland bis ins ferne Chile, sammelten und schrieben sie auf, was ihnen wichtig erschien. Kleinigkeiten, wie die Verständigung mit Händen, Füßen und Zetteln ebenso, wie die großen Gefühle in Kamtschatka. Nach und nach entstand so ein ausführlicher Reisebericht. Zurück in Deutschland, zurück zuhause in Pietzpuhl, machten sich Kerstin und Siegfried daran, ein großes Fotobuch zu erarbeiten. Für sich und ihre Familie. Vielleicht auch für die Nachbarn und Freunde. Da fehlten aber die Texte aus dem Internettagebuch. Und so reifte die Idee von einem eigenen und richtigen Reisebuch. Der Initialfunke kam dabei klar von Siegfried Kampa, darauf wies seine Frau mit gestrecktem Zeigefinger deutlich hin. Er war es dann auch, der den Takt angab. Schnell wurde den beiden aber klar: die bereits geschriebenen Tagebuchtexte einfach so zu übernehmen, das macht kein Buch aus. Und so arbeiteten sie weitere 18 Monate an ihrem Buch. Sortierten noch einmal die 12.000 Fotos und entschieden sich am Ende für 280. Sie schrieben zu jedem der bereisten Länder ein eigenes Kapitel, wechselten sich sogar während der Reiseberichte mittendrin beim Schreiben ab. Dabei wuchsen sie noch weiter zusammen, auch wenn es ab und an mal die ein- oder andere Meinungsverschiedenheit gab. „Wir haben uns von ganz anderen Seiten kennengelernt“, schmunzelt Siegfried Kampa. Da steckt eben viel Arbeit drin, erwidert seine Frau mit einem Lächeln. Als die Texte fertig waren, schauten sich Lektoren das Werk an, gaben Hinweise und Ratschläge, Gespräche mit Verlagen wurden geführt und Testleser gesucht. Das alles führte zur Überarbeitung und Verbesserung, wie die Kampas sagen. Das Ergebnis halten die beiden nun in den Händen. 300 Seiten stark. Hochglanzpapier. Im DINA5-Format mit vielen hochwertigen Bildern. Ein durchaus lesenswertes Buch, das eine Ahnung davon gibt, wie es ist, für sieben Wochen in Chile auf sich allein gestellt zu sein. Reiseberichte die vermitteln, wie steil und materialermüdend der Aufstieg zum Krater eines aktiven Vulkanes ist. Kurz ein Buch, das sich zu lesen lohnt, wenn das Fernweh selbst in einem brennt.

Leser und Zuhörer begeistert
Von seinem eigenen Werk, ist jeder überzeugt. Doch wie sehen das andere? Diese Frage wollten die Kampas für sich beantwortet wissen und gaben ihr Buch vielen Testlesern in die Hand. Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. So positiv, dass sie ein Buch an ihren Reiseveranstalter schickten. Dieser machte dann Nägel mit Köpfen. Buchte ein Hotelzimmer für die beiden und lud sie zu einer Lesung und einem Vortrag nach Dresden ein. „Das war ein beeindruckender Höhepunkt und sehr emotional“, verrät Siegfried Kampa. „Immerhin haben wir vor 150 Leuten gelesen und gesprochen“, ergänzt seine Frau. Nach Dresden folgten die Volkshochschule und die Bibliothek Burg, sowie die Sparkasse Burg und das Kavaliershaus Pietzpuhl. Überall wollten die Zuhörer*innen danach noch mehr erfahren, eines der Bücher erwerben um weiter zu lesen, um dabei zu sein, auf der 230-tägigen Reise durch sieben Länder. Sie wollten mehr wissen, von den Kontakten zur Hilfsorganisation Licht und Schatten Himalaya e.V., die nach dem Erdbeben in Nepal aktiv war. Vom Nepalesischen Guide, der bei dieser Naturkatastrophe sein Haus verlor und den die Kampas finanziell unterstützten. Auch von den beiden Mädchenpatenschaften und von so vielem mehr.
Nun wollen die Kampas einen Schritt weiter. Sie werden noch einmal lesen. In unserer Gemeinde. Der Termin allerdings, der steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass das Buch von der Weltreise der Pietzpuhler schon jetzt bei den beiden erworben werden kann. Der Preis liegt bei 15,00 Euro. Interessenten können sich per Mail an die Kampas wenden

Aus sieben macht ein - Das Reisebuch der Kampas

Zurück zur Artikelübersicht